An kaum einem anderen medium kann man bei genauem Studium so gut erkennen, wie sich eine stadt verändert hat, wie an alten Ansichtskarten. Hat man das gleiche Motiv aus verschiedenen Jahrzehnten sind es manchmal Kleinigkeiten oder komplette Umgestaltungen, die uns zeigen, was alles passiert ist. Man muss nur genau hinschauen, dann sieht man immer etwas Neues.
Seit 30. April 1983 findet auf dem Karlsplatz in Stuttgart jeden Samstag der Stuttgarter Flohmarkt statt. Seit dem Mittelalter hat dieser Platz viele Veränderungen erlebt, allerdings wurde er die letzten hundert Jahre überwiegend für Marktveranstaltungen genutzt. Prägend für den Karlsplatz sind heute die schönen Kastanienreihen rund um den Platz und das Denkmal in der Mitte des Platzes. der Reiter auf dem Denkmal ist im Übrigen Kaiser Wilhelm I. und nicht, wie oft angenommen, König Karl von Württemberg. Der Platz hat seinen Namen auch nicht von diesem König sondern nach Herzog Carl Eugen, der den Platz der Stadt schenkte. Das Denkmal wurde im Jahre 1898 als Friedensdenkmal errichtet, da man zwei Jahre zuvor 25 Jahre Frieden nach dem Deutsch-Französischen Krieg feiern konnte. Unsere Ansichtskarte zeigt die Einweihungsfeier des Denkmals am 1. Oktober 1898.
Stuttgart ist zwar eine Stadt, die eher wasserarm ist und bis zum 19. Jahrhundert gab es auch regelmäßig Probleme mit der Wasserversorgung. nachdem allerdings Berg eingemeindet war und man mit der moderenen Technik Neckarwasser nach Stuttgart bringen konnte baute man umso schönere Brunnen. Auch am Neckartor, entlang der ehemaligen Prachtallee Neckarstrasse gab es einen schönen Brunnen. Gestaltet wurde die Nymphe vom bekannten Bildhauer Dannecker.
Während die Villa Berg in Stuttgart zwischenzeitlich sehr bekannt ist und ihr Schicksal von der Stadtgesellschaft zum Glück aufmerksam verfolgt wird, kennt kaum jemand die sogenannte Kleine Villa Berg. Diese befand sich bis zu ihrem Abriss ungefähr dort, wo heute der Bauhof des Gartenamtes ist. Da die Villa selbst nicht beheizbar war wohnten Karl von Württemberg und seine Frau während der kalten Jahreszeit regelmäßig in der kleinen Villa.
Der Stuttgarter Fernsehturm ist gewissermaßen der Vater aller ähnlicher Fernsehtürme, die in den vergangenen fast 60 Jahren weltweit gebaut wurden. Allerdings kenne ich sonst keinen Turm der so perfekt ist. Schade allerdings, dass er seit fast einem Jahr für die Öffentlichkeit geschlossen ist, hoffen wir, dass man ihn bald wieder eröffnet. Eine Sammlung von Fernsehturmansichtskarten ist sicher interessant und wird trotzdem es nur ein Grundmotiv ist bei der großen Vielfalt an Karten nicht langweilig.